Mittwoch, 4. November 2009

Die Pole schmelzen

Tagesthemen vom 18.10.2009

Originalzitat: "... Die Pole schmelzen - ohne Frage ...".

Nein, liebe Leute, die ihr was mit Medien machten wolltet. Die Pole schmelzen mit Sicherheit nicht. Die Pole sind nämlich die Punkte der Erde die sich "oben" und "unten" befinden. Was ihr meintet war wohl eher "Das Eis an den Polen schmilzt".

Kommt es eigentlich nur mir so vor, oder ist selbst das Niveau von ARD und ZDF in den letzten Jahren immer weiter gesunken?

Samstag, 8. August 2009

Was ist dein Intelligenzgrad?

Und schon wieder Werbung für eine Seite, deren Macher kein richtiges Deutsch können und wenig Ahnung von medizinischen Sachverhalten haben.

Also Leute:
  1. Heißt es nicht Intelligenzgrad(zumindest nicht im Deutschen) sondern Intelligenzquotient (daher kommt auch die Abkürzung "IQ").
  2. Was hat eine eventuelle Farbenblindheit mit Intelligenz zu tun?

Montag, 3. August 2009

Weitere Lügen von Frau von der Leyen?

Oder wie soll man es sonst bezeichnen, wenn sie behauptet, man hätte in den skandinavischen Länder gute Erfahrungen mit KiPo-Zensur gemacht?

In diesem Artikel http://www.heise.de/ct/Die-Argumente-fuer-Kinderporno-Sperren-laufen-ins-Leere--/artikel/135867 wird eigentlich etwas ganz anderes festgestellt. Man sagt, die Sperren seien nicht dazu geeignet, Kinderpornographische Inhalte zu verhindern.

Darüberhinaus wird dort berichtet, daß man mal Test mit den skandinavischen Listen durchgeführt hat und versucht hat, diese von den Providern vom Netz nehmen zu lassen. Dies erfolgte innerhalb weniger Tage, wenn die Vorwürfe berechtigt waren, daß es sich um illegale Inhalte handelte. Genau diese Seiten waren aber jahrelang auf den skandinavischen Sperrlisten. Genau dieses soll aber laut Frau von der Leyen nicht möglich sein. Ja, Frau von der Leyen, Sie selbst würden das wahrscheinlich nicht hinbekommen, aber für Leute, die sich ein bißchen mit der Materie auskennen, scheint das kein großes Problem zu sein.

Sonntag, 2. August 2009

Bayerische Justizministerin Dr. Beate Merk zu Internet-Sperren

Eine lustige und von keiner Sachkenntnis getrübte Einstellung zu Internet-Sperren vertritt die bayerische Justizministerin Frau Dr. Beate Merk.

Bei der Verabschiedung des Gesetze zu Internet-Sperren, meinte sie, ihr wäre es lieber gewesen, daß beim Besuch der Stopp-Schild-Seite auch die IP-Adresse des Surfers mitgeloggt würde, um gegen ihn strafrechtlich vorgehen zu können.

Ja, Frau Merk, da hätte die Polizei viel Spaß, wenn sie jeden verfolgen wollte, der auf diese Seite kommt:
  • Da wären zum Beispiel Kids, die ihren Freunden einen Link schicken, den sie sich unbedingt mal anschauen sollen.
  • Da sind vielleicht Zeitgenossen mit einem komischen Sinn für Humor, die einen Link zu einer gesperrten Seite in irgendeinem Forum veröffentlichen, z.B. mit dem Versprechen "hier Tankgutschein für 50 Euro sichern", oder so.
  • Da ist vielleicht jemand, der mich irgendwie nicht leiden kann, mir eins auswischen will und mir einen Link zu einer gesperrten Seite schickt.
  • usw.
Dem allem wollten sie dann nachgehen können, Frau Merk? Da werden sicher viele neue Arbeitsplätze bei der Polizei geschaffen werden können ...

Da die Sperrlisten ja geheim sind, kann ich es dem Link natürlich nicht vorher ansehen, daß er zu einer gesperrten Seite führt. Ich soll also strafrechtlich verfolgt werden können, nur aufgrund der Tatsache, daß ich auf einen Link geklickt habe, dessen Ziel ich nicht kannte? Oder soll ich verfolgt werden können, weil ich es vielleicht mehrfach versucht habe, in der Hoffnung, ich komme am Stopp-Schild vorbei trotzdem auf diese Seite? Wenn ich das wirklich wollte, würde ich mir wahrscheinlich etwas besseres einfallen lassen.

Vergleichen könnte man das mit Folgendem: Ich gehe im realen Leben irgendwo spazieren, sehe ein Schild "Zutritt verboten". Anstatt, daß ich belangt werden kann, wenn ich trotzdem reingehe, kann gegen mich aber schon vorgegangen werden, sobald ich lediglich das Schild gelesen habe.

Liebe Frau Merk, Sie haben vielleicht Ahnung von Justiz, aber wie Internet funktioniert, haben Sie noch lange nicht verstanden. Denken Sie doch noch mal ein bißchen darüber nach oder lassen Sie sich beraten!

Frau Merk meinte auch noch, daß die Polizei sehr wohl schon zwischen dem Surfer unterscheiden könne der zufällig auf diese Seite kommt und dem, der solche Seiten gezielt aufsucht. Ach ja? Wirklich? Die Polizei soll also erkennen können, daß der Besucher von IP-Adresse 200.10.15.120 zufällig auf diese Seite kam und der Besucher mit der IP-Adresse 25.45.120.3 mit Absicht? Wie, bitte, soll das funktionieren? So weit ich weiß, wird im heutigen Internet (WWW) noch nicht die gedankliche Absicht beim Anklicken ein Links mitprotokolliert. Oder glaubt sie vielleicht, dem gemeinen Pädophilen auf die Schliche kommen zu können, weil der immer wieder auf die Stopp-Schild-Seite kommt und sich dadurch verdächtig macht? Und was ist, wenn solche Leute einfach eine Liste im Format http://200.23.42.1, http://23.5.45.78, ... haben, die sie besuchen? Die landen dann nämlich überhaupt nicht auf der Stopp-Schild-Seite. Und nun?

P.S. Alle IP-Adressen in diesem Posting sind natürlich frei erfunden, dienen nur zur Veranschaulichung und sind ohne Bezug zu real existierenden Seiten.

Wie funktionieren Internet-Sperren

Wie funktionieren Internet-Sperren? Wie kann man Internet-Sperren umgehen? Warum ist das aktuelle Gesetz mit Internet-Sperren unnütz und gefährlich?

Wie funktionieren Internet-Sperren?

Angenommen, du möchtest mit deinem Browser (Browser ist das Teil, von dem einige unserer regierenden Politiker sagen "Browser? Was war noch mal ein Browser?") auf die Seite www.google.de gehen. Das Internet ist nun so organisiert, daß alle Rechner im Netz eine IP-Adresse haben, die z.B. 212.25.56.87 heißen könnte. Prinzipiell hat also jede Seite im WWW so eine Nummer. Weil sich das aber kein Mensch merken könnte, gibt man eben im Browser www.google.de oder eine andere Webseite ein. Es gibt dann wiederum Rechner, die nachschauen, welche Nummer (IP-Adresse) denn www.google.de hat und diese zurück geben. Diese Systeme nennt man DNS-Server. Wenn du einen Internet-Zugang von einem Provider hast, wird dir normalerweise ein DNS-Server genannt, den du bei deinen Internet-Einstellungen eintragen kannst.

Den DNS-Server kannst du dir also wie ein Telefonbuch vorstellen, jeder Provider hat also sein eigenes Telefonbuch, das aus Adressen wie www.google.de eine IP-Adresse macht. Mit den Internet-Sperren sollen nun Provider verpflichtet werden, beispielsweise beim Namen www.google.de nicht die richtige Nummer zurückzugeben, sondern die Nummer der Web-Seite, die dann dieses Stopp-Schild enthalten soll. Der Browser zeigt dann also nicht mehr die eigentliche Seite an, sondern wird auf die Seite mit dem Stopp-Schild umgeleitet. Das ist die Idee, die unsere jetzigen Politiker haben, um uns vor "nicht erwünschten Inhalten" zu "schützen".

Wie kann man Internet-Sperren umgehen?

Wie aus den obigen Ausführungen vielleicht schon ersichtlich, kann man Internet-Sperren umgehen, indem man halt einfach nicht den DNS-Server (das Telefonbuch) des eigenen Providers in die Internet-Einstellungen einträgt, sondern einen beliebigen anderen. Prinzipiell kann man nämlich jeden beliebigen DNS-Server verwenden, von denen es auf der ganzen Welt wahrscheinlich zehn- oder hunderttausende gibt. Das ist völlig legal und total einfach. Statt des Telefonbuchs von Kabel-Deutschland benutzt man dann halt das Telefonbuch des Providers XYZ.com der keine falschen Nummern zurückliefert. Eine erhebliche kriminelle Energie, wie sich das einige Politiker vorstellen ist dazu wirklich nicht nötig. Und ich betone noch mal, es ist völlig legal, andere DNS-Server zu verwenden, als den des eigenen Providers.

Eine weitere Möglichkeit ist auch, einfach direkt die IP-Adresse der Seite im Browser einzugeben: Wenn man die IP-Adresse einer Seite kennt kann man auch nach z.B. http://192.34.55.2 gehen. Ein DNS-Server wird dann überhaupt nicht mehr benötigt, weil man ja schon direkt die richtige IP-Adresse der Seite eingegeben hat.

Warum ist das aktuelle Gesetz mit Internet-Sperren unnütz und gefährlich?

Du fragst dich jetzt sicher "Ja, warum machen die das dann, wenn man es doch so einfach umgehen kann?". Ja, das fragen sich viele, die sich auch nur ein bißchen mit dem technischen Hintergrund des Internets auskennen. Es wird ja momentan damit argumentiert, daß man damit Kinderporno-Seiten sperren möchte. Angenommen, man hat wirklich so eine Seite, warum dann ein Stopp-Schild davor machen, wenn man auch gleich den Server dichtmachen kann, so er illegale Inhalte enthält. Es gibt wohl kein Land auf dieser Erde, in dem Kinderpornografphie legal wäre (auch wenn Frau von der Leyen unwissentlich oder wissentlich andere Tatsachen behauptet). Beispielsweise werden Phishing-Seiten die darauf aus sind deine TAN-Nummern für Online-Banking einzusammeln innerhalb weniger Stunden dichtgemacht, sobald sie entdeckt werden. Es kann mir doch niemand erzählen, daß das bei Kinderpornographie-Seiten nicht auch möglich sein soll. Außerdem: es gibt auf den Sperrlisten anderer Länder sogar Server, die in Deutschland beheimatet sind. Warum kann man angeblich nicht mal gegen diese Server im eigenen Land vorgehen? Das verstehst du nicht? Ich auch nicht.

Ich glaube, viele unserer Politiker sind wirklich so naiv und glauben, daß man mit solchen Sperren Kinderpornographie eindämmen kann. In Wirklichkeit wird damit aber das Grundgerüst aufgebaut, um in Zukunft beliebige mißliebige Seiten zu sperren. Beispielsweise könnten dann mal Seiten, die sich kritisch mit G8-Gipfeln oder so beschäftigen und zu Demonstrationen aufrufen, nicht mehr erreichbar sein. Der ahnungslose Internet-Surfer meint dann halt, es gibt diese Seite nicht, oder sie ist aus technischen Gründen nicht erreichbar. Und das ist halt nicht der Sinn des freien Zugangs zu Information in einem demokratischen Land. Es soll ja auch so sein, daß diese Sperrlisten geheim sein sollen. Man kann also überhaupt nicht nachvollziehen, welches "unerwünschte" Seiten sind.

Zum Thema Kinderpornographie-Seiten: Ich bin nun seit ca. 1992 im WWW unterwegs und bin noch nie unbeabsichtigt auf derartige Seiten gekommen. Aber genau das ist das Argument der Befürworter von Internet-Sperren. Sie sagen daß man Surfer vor derartigen Seiten schützen müsse um den Anfängen zu wehren. Aber es passiert einfach nicht (zumindest mir nicht), daß man zufällig auf derartige Seiten stößt. Wenn schon, dann müßte man gezielt danach suchen - aber wer so etwas macht, läßt sich wahrscheinlich auch von so popeligen DNS-Sperren nicht aufhalten.




Dienstag, 28. Juli 2009

Tagesschau Podcast 27.07.2009, SWIFT

Die Tagesschau scheint auch zunehmend Blödsinn zu erzählen: Stichwort SWIFT-Daten.

Es wird ein Mann gezeigt, der in der Stadt an einem Geldautomaten offensichtlich Geld abhebt. Dann wurde erzählt, "in Zukunft werden US-Terrorfander genau wissen, was dieser Mann tut". Hallo? Ich dachte es geht um Auslands-Überweisungen, was in dem Bericht auch korrekterweise gesagt wurde. Aber das betrifft doch niemanden, der von seinem Konto Geld abhebt. Dieser Mann machte aber weder eine Überweisung, noch ins Ausland.

Dienstag, 14. Juli 2009

Indien weist Kinderporno-Vorwürfe der Familienministerin zurück

Tja, wie natürlich zu erwarten war: Indien hat sich dagegen verwehrt, als Kinderporno-Land bezeichnet zu werden.