Dienstag, 16. Dezember 2008

Arme in Berlin sollen Ratten fangen

"Vor allem Leute, die sonst auch Flaschen sammeln, könnten dann für jede tote Ratte einen Euro bekommen", sagte der FDP-Chef des Berliner Bezirks Mitte und stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende im Berliner Abgeordnetenhaus, Henner Schmidt, dem "Berliner Kurier".
Ja, Klasse Herr Schmidt. Auf was für tolle Ideen Sie kommen ...
Man könnte Arme und Arbeitslose ja auch mit Spitzhacke und Schaufeln rausschicken, um Parkanlagen und ähnliches anzulegen - soweit waren wir auch schon vor circa. hundert Jahren schon. Sie sind leider hundert Jahre zu spät geboren - in die damalige Zeit hätten Ihre Vorschläge prima reingepaßt.

Wie wär's, wenn Sie sich lieber mal ein paar Gedanken darüber machen, warum es überhaupt Arme (die übrigens immer mehr statt weniger werden) gibt und inwiefern die Politik von Ihnen und Ihresgleichen in dieser Hinsicht versagt hat?

Ich könnte jedesmal kotzen, wenn ich im Fernsehen Berichte sehe, wo sich eine Sozialamtsmitarbeiterin darum kümmert, ob das beantragte Geld für neue Küchenstühle ordnungsgemäß verwendet wurde, während uns die alleinerziehende Mutter mit ihrem Baby, zeigt, daß der Kühlschrank so gut wie leer ist.

Oder die Beschreibungen von Leuten, die lieber an ihrem eigenen Essen sparen, damit ihr Hund oder ihre Katze genug zu fressen bekommen.

Die Lösung ist eigentlich ganz einfach: Zahlt jedem Bundesbürger ein Bedingungsloses Grundeinkommen und das Armen-Problem ist gelöst. Das wäre das, was ich unter einem Sozialstaat verstehen würde. Keine Angst, das ist alles finanzierbar, wenn man die Ausgaben nur geeignet umverteilen würde, insbesondere die Milliarden, die das Verwalten von Transferleistungen verschlingt, ohne daß am Ende überhaupt jemand etwas bekommen hat. Das Geld wird heute sowieso schon ausgegeben. Das ganze erfordert halt vor allem etwas Mut von den Verantwortlichen aber genau da sehe ich momentan noch das Problem mit unseren Regierenden vom Schlage eines Herrn Schmidt.

Das ganze hätte, vom Abbauen von Armut noch ganz andere, unter dem Strich, viel weitreichendere, positive Auswirken auf die ganze Gesellschaft. Leute, die sich nicht mit Hungerlohnen über Runden bringen müssen, können sich in anderen Gebiete engagieren, die der Gesellschaft an sich viel mehr bringen. Genaurees dazu kann der geneigte Politiker sicher auch selbst recherchieren.

Ach ja: ich würde ja gerne eine Aktion veranstalten, wo ein paar Leute mal bei den zuständigen Stellen vorsprechen und sich erkundigen, wie das denn wäre, wenn man jetzt Ratten jagen soll? Ob da eine Ausrüstung gestellt wird und wo man die toten Ratten dann zur Abrechnung abliefern soll, usw. Das Ergebnis wir dann hier im Blog veröffentlicht werden.

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