Mittwoch, 4. November 2009

Die Pole schmelzen

Tagesthemen vom 18.10.2009

Originalzitat: "... Die Pole schmelzen - ohne Frage ...".

Nein, liebe Leute, die ihr was mit Medien machten wolltet. Die Pole schmelzen mit Sicherheit nicht. Die Pole sind nämlich die Punkte der Erde die sich "oben" und "unten" befinden. Was ihr meintet war wohl eher "Das Eis an den Polen schmilzt".

Kommt es eigentlich nur mir so vor, oder ist selbst das Niveau von ARD und ZDF in den letzten Jahren immer weiter gesunken?

Samstag, 8. August 2009

Was ist dein Intelligenzgrad?

Und schon wieder Werbung für eine Seite, deren Macher kein richtiges Deutsch können und wenig Ahnung von medizinischen Sachverhalten haben.

Also Leute:
  1. Heißt es nicht Intelligenzgrad(zumindest nicht im Deutschen) sondern Intelligenzquotient (daher kommt auch die Abkürzung "IQ").
  2. Was hat eine eventuelle Farbenblindheit mit Intelligenz zu tun?

Montag, 3. August 2009

Weitere Lügen von Frau von der Leyen?

Oder wie soll man es sonst bezeichnen, wenn sie behauptet, man hätte in den skandinavischen Länder gute Erfahrungen mit KiPo-Zensur gemacht?

In diesem Artikel http://www.heise.de/ct/Die-Argumente-fuer-Kinderporno-Sperren-laufen-ins-Leere--/artikel/135867 wird eigentlich etwas ganz anderes festgestellt. Man sagt, die Sperren seien nicht dazu geeignet, Kinderpornographische Inhalte zu verhindern.

Darüberhinaus wird dort berichtet, daß man mal Test mit den skandinavischen Listen durchgeführt hat und versucht hat, diese von den Providern vom Netz nehmen zu lassen. Dies erfolgte innerhalb weniger Tage, wenn die Vorwürfe berechtigt waren, daß es sich um illegale Inhalte handelte. Genau diese Seiten waren aber jahrelang auf den skandinavischen Sperrlisten. Genau dieses soll aber laut Frau von der Leyen nicht möglich sein. Ja, Frau von der Leyen, Sie selbst würden das wahrscheinlich nicht hinbekommen, aber für Leute, die sich ein bißchen mit der Materie auskennen, scheint das kein großes Problem zu sein.

Sonntag, 2. August 2009

Bayerische Justizministerin Dr. Beate Merk zu Internet-Sperren

Eine lustige und von keiner Sachkenntnis getrübte Einstellung zu Internet-Sperren vertritt die bayerische Justizministerin Frau Dr. Beate Merk.

Bei der Verabschiedung des Gesetze zu Internet-Sperren, meinte sie, ihr wäre es lieber gewesen, daß beim Besuch der Stopp-Schild-Seite auch die IP-Adresse des Surfers mitgeloggt würde, um gegen ihn strafrechtlich vorgehen zu können.

Ja, Frau Merk, da hätte die Polizei viel Spaß, wenn sie jeden verfolgen wollte, der auf diese Seite kommt:
  • Da wären zum Beispiel Kids, die ihren Freunden einen Link schicken, den sie sich unbedingt mal anschauen sollen.
  • Da sind vielleicht Zeitgenossen mit einem komischen Sinn für Humor, die einen Link zu einer gesperrten Seite in irgendeinem Forum veröffentlichen, z.B. mit dem Versprechen "hier Tankgutschein für 50 Euro sichern", oder so.
  • Da ist vielleicht jemand, der mich irgendwie nicht leiden kann, mir eins auswischen will und mir einen Link zu einer gesperrten Seite schickt.
  • usw.
Dem allem wollten sie dann nachgehen können, Frau Merk? Da werden sicher viele neue Arbeitsplätze bei der Polizei geschaffen werden können ...

Da die Sperrlisten ja geheim sind, kann ich es dem Link natürlich nicht vorher ansehen, daß er zu einer gesperrten Seite führt. Ich soll also strafrechtlich verfolgt werden können, nur aufgrund der Tatsache, daß ich auf einen Link geklickt habe, dessen Ziel ich nicht kannte? Oder soll ich verfolgt werden können, weil ich es vielleicht mehrfach versucht habe, in der Hoffnung, ich komme am Stopp-Schild vorbei trotzdem auf diese Seite? Wenn ich das wirklich wollte, würde ich mir wahrscheinlich etwas besseres einfallen lassen.

Vergleichen könnte man das mit Folgendem: Ich gehe im realen Leben irgendwo spazieren, sehe ein Schild "Zutritt verboten". Anstatt, daß ich belangt werden kann, wenn ich trotzdem reingehe, kann gegen mich aber schon vorgegangen werden, sobald ich lediglich das Schild gelesen habe.

Liebe Frau Merk, Sie haben vielleicht Ahnung von Justiz, aber wie Internet funktioniert, haben Sie noch lange nicht verstanden. Denken Sie doch noch mal ein bißchen darüber nach oder lassen Sie sich beraten!

Frau Merk meinte auch noch, daß die Polizei sehr wohl schon zwischen dem Surfer unterscheiden könne der zufällig auf diese Seite kommt und dem, der solche Seiten gezielt aufsucht. Ach ja? Wirklich? Die Polizei soll also erkennen können, daß der Besucher von IP-Adresse 200.10.15.120 zufällig auf diese Seite kam und der Besucher mit der IP-Adresse 25.45.120.3 mit Absicht? Wie, bitte, soll das funktionieren? So weit ich weiß, wird im heutigen Internet (WWW) noch nicht die gedankliche Absicht beim Anklicken ein Links mitprotokolliert. Oder glaubt sie vielleicht, dem gemeinen Pädophilen auf die Schliche kommen zu können, weil der immer wieder auf die Stopp-Schild-Seite kommt und sich dadurch verdächtig macht? Und was ist, wenn solche Leute einfach eine Liste im Format http://200.23.42.1, http://23.5.45.78, ... haben, die sie besuchen? Die landen dann nämlich überhaupt nicht auf der Stopp-Schild-Seite. Und nun?

P.S. Alle IP-Adressen in diesem Posting sind natürlich frei erfunden, dienen nur zur Veranschaulichung und sind ohne Bezug zu real existierenden Seiten.

Wie funktionieren Internet-Sperren

Wie funktionieren Internet-Sperren? Wie kann man Internet-Sperren umgehen? Warum ist das aktuelle Gesetz mit Internet-Sperren unnütz und gefährlich?

Wie funktionieren Internet-Sperren?

Angenommen, du möchtest mit deinem Browser (Browser ist das Teil, von dem einige unserer regierenden Politiker sagen "Browser? Was war noch mal ein Browser?") auf die Seite www.google.de gehen. Das Internet ist nun so organisiert, daß alle Rechner im Netz eine IP-Adresse haben, die z.B. 212.25.56.87 heißen könnte. Prinzipiell hat also jede Seite im WWW so eine Nummer. Weil sich das aber kein Mensch merken könnte, gibt man eben im Browser www.google.de oder eine andere Webseite ein. Es gibt dann wiederum Rechner, die nachschauen, welche Nummer (IP-Adresse) denn www.google.de hat und diese zurück geben. Diese Systeme nennt man DNS-Server. Wenn du einen Internet-Zugang von einem Provider hast, wird dir normalerweise ein DNS-Server genannt, den du bei deinen Internet-Einstellungen eintragen kannst.

Den DNS-Server kannst du dir also wie ein Telefonbuch vorstellen, jeder Provider hat also sein eigenes Telefonbuch, das aus Adressen wie www.google.de eine IP-Adresse macht. Mit den Internet-Sperren sollen nun Provider verpflichtet werden, beispielsweise beim Namen www.google.de nicht die richtige Nummer zurückzugeben, sondern die Nummer der Web-Seite, die dann dieses Stopp-Schild enthalten soll. Der Browser zeigt dann also nicht mehr die eigentliche Seite an, sondern wird auf die Seite mit dem Stopp-Schild umgeleitet. Das ist die Idee, die unsere jetzigen Politiker haben, um uns vor "nicht erwünschten Inhalten" zu "schützen".

Wie kann man Internet-Sperren umgehen?

Wie aus den obigen Ausführungen vielleicht schon ersichtlich, kann man Internet-Sperren umgehen, indem man halt einfach nicht den DNS-Server (das Telefonbuch) des eigenen Providers in die Internet-Einstellungen einträgt, sondern einen beliebigen anderen. Prinzipiell kann man nämlich jeden beliebigen DNS-Server verwenden, von denen es auf der ganzen Welt wahrscheinlich zehn- oder hunderttausende gibt. Das ist völlig legal und total einfach. Statt des Telefonbuchs von Kabel-Deutschland benutzt man dann halt das Telefonbuch des Providers XYZ.com der keine falschen Nummern zurückliefert. Eine erhebliche kriminelle Energie, wie sich das einige Politiker vorstellen ist dazu wirklich nicht nötig. Und ich betone noch mal, es ist völlig legal, andere DNS-Server zu verwenden, als den des eigenen Providers.

Eine weitere Möglichkeit ist auch, einfach direkt die IP-Adresse der Seite im Browser einzugeben: Wenn man die IP-Adresse einer Seite kennt kann man auch nach z.B. http://192.34.55.2 gehen. Ein DNS-Server wird dann überhaupt nicht mehr benötigt, weil man ja schon direkt die richtige IP-Adresse der Seite eingegeben hat.

Warum ist das aktuelle Gesetz mit Internet-Sperren unnütz und gefährlich?

Du fragst dich jetzt sicher "Ja, warum machen die das dann, wenn man es doch so einfach umgehen kann?". Ja, das fragen sich viele, die sich auch nur ein bißchen mit dem technischen Hintergrund des Internets auskennen. Es wird ja momentan damit argumentiert, daß man damit Kinderporno-Seiten sperren möchte. Angenommen, man hat wirklich so eine Seite, warum dann ein Stopp-Schild davor machen, wenn man auch gleich den Server dichtmachen kann, so er illegale Inhalte enthält. Es gibt wohl kein Land auf dieser Erde, in dem Kinderpornografphie legal wäre (auch wenn Frau von der Leyen unwissentlich oder wissentlich andere Tatsachen behauptet). Beispielsweise werden Phishing-Seiten die darauf aus sind deine TAN-Nummern für Online-Banking einzusammeln innerhalb weniger Stunden dichtgemacht, sobald sie entdeckt werden. Es kann mir doch niemand erzählen, daß das bei Kinderpornographie-Seiten nicht auch möglich sein soll. Außerdem: es gibt auf den Sperrlisten anderer Länder sogar Server, die in Deutschland beheimatet sind. Warum kann man angeblich nicht mal gegen diese Server im eigenen Land vorgehen? Das verstehst du nicht? Ich auch nicht.

Ich glaube, viele unserer Politiker sind wirklich so naiv und glauben, daß man mit solchen Sperren Kinderpornographie eindämmen kann. In Wirklichkeit wird damit aber das Grundgerüst aufgebaut, um in Zukunft beliebige mißliebige Seiten zu sperren. Beispielsweise könnten dann mal Seiten, die sich kritisch mit G8-Gipfeln oder so beschäftigen und zu Demonstrationen aufrufen, nicht mehr erreichbar sein. Der ahnungslose Internet-Surfer meint dann halt, es gibt diese Seite nicht, oder sie ist aus technischen Gründen nicht erreichbar. Und das ist halt nicht der Sinn des freien Zugangs zu Information in einem demokratischen Land. Es soll ja auch so sein, daß diese Sperrlisten geheim sein sollen. Man kann also überhaupt nicht nachvollziehen, welches "unerwünschte" Seiten sind.

Zum Thema Kinderpornographie-Seiten: Ich bin nun seit ca. 1992 im WWW unterwegs und bin noch nie unbeabsichtigt auf derartige Seiten gekommen. Aber genau das ist das Argument der Befürworter von Internet-Sperren. Sie sagen daß man Surfer vor derartigen Seiten schützen müsse um den Anfängen zu wehren. Aber es passiert einfach nicht (zumindest mir nicht), daß man zufällig auf derartige Seiten stößt. Wenn schon, dann müßte man gezielt danach suchen - aber wer so etwas macht, läßt sich wahrscheinlich auch von so popeligen DNS-Sperren nicht aufhalten.




Dienstag, 28. Juli 2009

Tagesschau Podcast 27.07.2009, SWIFT

Die Tagesschau scheint auch zunehmend Blödsinn zu erzählen: Stichwort SWIFT-Daten.

Es wird ein Mann gezeigt, der in der Stadt an einem Geldautomaten offensichtlich Geld abhebt. Dann wurde erzählt, "in Zukunft werden US-Terrorfander genau wissen, was dieser Mann tut". Hallo? Ich dachte es geht um Auslands-Überweisungen, was in dem Bericht auch korrekterweise gesagt wurde. Aber das betrifft doch niemanden, der von seinem Konto Geld abhebt. Dieser Mann machte aber weder eine Überweisung, noch ins Ausland.

Dienstag, 14. Juli 2009

Indien weist Kinderporno-Vorwürfe der Familienministerin zurück

Tja, wie natürlich zu erwarten war: Indien hat sich dagegen verwehrt, als Kinderporno-Land bezeichnet zu werden.

Montag, 13. Juli 2009

Frau von der Leyen lügt um ihre Ziele durchzuziehen

oder wie soll man es sonst nennen, wenn sie behauptet, in Indien wäre Kinderpornographie nicht strafbar (spart euch die Recherche, es ist natürlich nicht so).

Ist der jetzt jedes Mittel recht, nur um nicht zugeben zu müssen, daß sie mit ihren Vorhaben auf dem Holzweg ist?
Wer dermaßen stur auf seinem Willen beharrt, obwohl alle Experten der Meinung sind, daß diese Vorhaben absolut nichts bringen, ist in meinen Augen an dieser Position als Politikerin untragbar geworden.

Sonntag, 12. Juli 2009

Piratenpartei Spot - Klarmachen zum Ändern

Piratenspot "Klarmachen zum Ändern" 2009 from Christopher Grabinski on Vimeo.

Tagesschau Podcast 10.07.2009

Anmoderation zur Rettung von GM:

Man sieht Vögel im Ufer und eine Skyline in USA auf der anderen Seite eines Flusses. "Aus der lahmen Ente soll wieder ein stolzer Schwan werden ..."

Und warum sieht man dann hier weder Enten noch Schwäne, sondern Gänse im Bild?

Samstag, 11. Juli 2009

Löschen statt Sperren!

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CDU jetzt auch gegen Internet-Zensur

Im obigen Link wird der SPD die Schuld an Internet-Sperren zugeschrieben.

Was ich mich nur frage ist folgendes: Wenn die CDU dagegen war, warum hat die CDU/CSU-Fraktion dann mit 198 Stimmen mit JA und mit einer Stimme mit NEIN gestimmt?

ZDF löscht Umfrage zu Internet-Zensur

Im Artikel bei gulli.com:

Zwei Tage später hat der Redaktionsleiter von heute.de, Michael Bartsch, auf dem Blog einen Kommentar veröffentlicht. Seinen Aussagen zufolge hatte man den Verdacht, dass das Ergebnis manipuliert wurde. Angeblich waren die Klickzahlen schon bevor die Abstimmung sichtbar verlinkt wurde, extrem hoch. Grund genug, die Umfrage kommentarlos vom Netz zu nehmen. Ob sich der angesprochene Verdacht einer Manipulation bestätigt hat, ist momentan unklar.
Aha, also etwa in der Art, daß die Abstimmungs-URL schon ansprechbar war, aber noch nicht auf irgendeiner Seite veröffentlicht war? Dann stellt sich mir natürlich die Frage, wer diese URL verraten hätte können. Muß dann ja wohl ein ZDF-Mitarbeiter gewesen sein.

Und selbst wenn. Es ist sollte doch seit mindestens 10 Jahren Stand der Technik sein, daß man bei einem Abstimmungssystem genau den Start- und Endzeitpunkt einer Umfrage einstellen kann und Stimmen, die vorher oder danach abgegeben werden einfach ignoriert und nicht berücksichtigt werden. Sollte ausgerechnet das Abstimmungssystem des ZDFs dies nicht können?

Angenommen, ich oder jemand anders würde wirklich ein Skript laufen lassen, welches alle paar Sekunden eine Stimme abgibt. Sollte ausgerechnet das Umfragesystem des ZDF nicht in der Lage sein, mehrfache Stimmen von ein und derselben IP-Adresse auszusortieren?

Entweder ist das Umfragesystem des ZDF wirklich so schlecht, daß es solche Sachen nicht berücksichtigen kann oder das Ganze ist eine ziemlich fadenscheinige Ausrede.

Ich erwarte noch etwas mehr Aufklärung zu diesem Punkt vom ZDF.

Eine andere Umfrage kommt übrigens zu dem gleichen Ergebnis wie das ZDF: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/6819/umfrage/meinung-zum-umgang-mit-kinderpornografischen-internetseiten/

Freitag, 10. Juli 2009

Internet-Zensur in Deutschland

Wenn ich das richtig verstanden habe, soll es ja protokolliert werden (und die Verbindungsdaten ans BKA, oder wen auch immer, weitergeleitet werden, um ggf. strafrechliche Ermittlungen einzuleiten), wenn jemand beabsichtigt oder nicht auf eine Seite kommt, die gesperrt/zensiert wurde. Das heißt also, ich kann im voraus überhaupt nicht wissen, daß ich auf so eine Seite komme (denn die Sperrlisten sollen ja geheim bleiben), bevor ich nicht mit dem Browser dort lande (dann ist es allerdings schon zu spät und meine Daten sind gespeichert).

Was ist denn jetzt, wenn mich jemand nicht leiden kann und mir eine Nachricht mit einem Link sendet, dem ich ja nicht ansehen kann, auf welche Art von Seite ich damit komme, um mir Eins auszuwischen? Wie leicht das alles gehen kann, siehe z.B. hier!

Was ist, wenn Spammer massenweise Mails mit Links auf gesperrte Seiten verschicken? A la "Sparen Sie 50 Euro bei unserem Angebot und klicken Sie hier!". Wenn ich derartige Nachrichten millionenfach verschicken würde, würde bestimmt ein Prozent der Empfänger darauf klicken - und sei es nur aus reiner Neugierde.
Will man gegen all diese Leute dann strafrechtlich ermitteln?

Internet-Zensur in Deutschland

Ich bin mir noch nicht ganz sicher, wie ich die Entscheidung der Politiker einschätzen soll.

  1. Die Mehrzahl der Abgeordneten begreift die Welt um sich herum nicht mehr. Nehmen wir mal an, es geht ihnen wirklich nur um den Kampf gegen Kinderpornographie. Es wird einfach nicht funktionieren unerwünschte Inhalte komplett auszusperren - das liegt schon in der Natur des WWW. Wenn bestimmte Inhalte auf einem Server gesperrt sind, wird man sich eben einen anderen Server suchen. Die Sperrer sind dabei immer im Hintertreffen. Es wird gerne argumentiert, daß man auf derartige Inhalte per Zufall stoßen könnte und vor dem Anschauen bewahrt werden muß. Ich kann, aus meiner Erfahrung seit vielleicht 1992 im WWW sagen, daß ich noch nie auf derartige Inhalte per Zufall gestoßen bin (selbst wenn ich auf normalen Pornoseiten unterwegs bin). Dieses Argument erscheint mir also reichlich sinnlos. Als jemand, der sich im WWW einigermaßen auskennt, scheint mir dies nur ein Scheinargument zu sein, mit dem man versucht, das eigene Vorgehen zu rechtfertigen. Um's noch mal klarzustellen: Man kommt nicht versehentlich auf KiPo-Seiten. Aber ob man das Leuten klarmachen kann, die noch nicht mal wissen, was ein Browser ist? Außerdem wird gerne argumentiert, daß hinter Kinderpornographie im Internet eine Milliarden-Industrie steckt. Laut Experten, existiert diese "Industrie" aber überhaupt nicht.
  2. Die Politiker wissen sehr wohl, was sie tun, und wollen einfach eine Zensur-Infrastruktur aufbauen, die man natürlich auch auf andere Bereiche ausweiten kann, bei denen es nicht erwünscht ist, daß sie frei im WWW abgerufen werden soll. Entsprechende Begehrlichkeiten sind ja bereits in der Diskussion: Sogenannte Killerspiele (deren negative Einflüsse bis heute nicht nachgewiesen wurden), BitTorrent Tauschbörsen, etc. Meine Vermutung ist, daß als nächstes rechtsextreme Seiten gesperrt werden sollen (da kann ja auch niemand etwas dagegen haben). Und irgenwann fällt es dann überhaupt nicht mehr auf, wenn beispielsweise anläßlich eines G8-Gipfels entsprechende Seiten nicht mehr zu erreichen sind, die sich kritisch damit auseinandersetzen. Dann haben wir halt genau das gleiche wie in China: Die Chinesen zensieren das, was in ihrem Land unerwünscht ist und die Deutschen zensieren in ihrem Land ebenfalls das, was unerwünscht ist. Wo ist der Unterschied?
Ach und übrigens: Ich verbitte mir die Unterstellung, daß wenn ich die Zensur durch technische Einstellungen umgehe und ungefiltertes WWW haben möchte, automatisch für Kinderpornographie bin und dies gutheiße. Dagegen werde ich auch ggf. strafrechtlich vorgehen.

Donnerstag, 9. Juli 2009

Piratenpartei

Für was steht die Piratenpartei?

Dienstag, 7. Juli 2009

Nehmen Sie der Todestest!



Wie bitte?

Ich meine, Rechtschreib- oder Übersetzungsfehler können ja durchaus mal vorkommen - aber was um Himmels willen soll "Nehmen Sie der Todestest" überhaupt sein?

Samstag, 7. Februar 2009

Bedingungsloses Grundeinkommen für jeden

Unterzeichnet die Petition zum bedingungslosen Grundeinkommen für alle Bundesbürger auf der Seite des Bundestags!

Petitionssystem des deutschen Bundestags zusammengebrochen

Aua. Als Entwickler, der selbst mit so etwas befaßt ist, kann man sich nur noch an den Kopf fassen. Es gibt eine Seite des Bundestags zum Einreichen und Unterzeichnen von Petitionen (http://www.bundestag.de/ausschuesse/a02/onlinepet/index.html).

Weil ich eine davon auch unterzeichnen wollte, bin ich auf deren Seite gegangen. Um einen Petition zu unterzeichnen muß man sich dort registrieren. So weit so gut. Allerdings - Registrieren scheint dort seit einigen Tagen schon nicht mehr möglich zu sein (siehe: hier).

Und nun? Die mich interessierende Petition läuft in ein paar Tagen ab. Ich will ja nicht behaupten, daß das ganze beabsichtigt ist, um die Anzahl der Unterzeichner künstlich klein zu halten, aber insgesamt ist das ziemlich blamabel für ein Projekt des Bundestags.

Was ist mit Interessenten, die ebenfalls eine Petition unterzeichnen wollten und sich, wie ich, auch nicht registrieren konnten? Viele werden's wahrscheinlich frustriert aufgeben.

Werden alle Ablauffristen der laufenden Petitionen um die Ausfallzeit verlängert werden?

Laut den Beschreibungen bei http://www.perl-blog.de/2009/02/petitions-system-des-bundestages-bricht.html scheint das ja ein ziemlich amateurhaft zusammengeschustertes System zu sein. Ich bin fast sicher, ich und meine Kollegen hätten das besser gekonnt, aber wir sind halt nur gute Entwickler und haben vielleicht nicht so viele Beziehungen bzw. fähige Vertriebsleute. Ja, ich nenne deren Vertriebsleute durchaus fähig, wenn es ihnen möglich war, so ein Schrott-System dem Bundestag zu verkaufen. Das ändert aber natürlich nichts daran, daß das System trotzdem braun ist.

Mittwoch, 4. Februar 2009

Netzpolitik.org und Bespitzelung bei der Deutschen Bahn AG

Wie peinlich für die Bahn ist das denn?

Da wird bei Netzpolitik.org ein Memo zu den aktuellen Bespitzelungsvorwürfen bei der Deutschen Bahn veröffentlicht und die Bahn hat nichts besseres zu tun, als den Blog-Betreiber abzumahnen und ihn mundtot machen zu wollen?

Ja, wer ist denn eigentlich der Beschuldigte? Die Bahn oder ein Blog-Betreiber?

Auf mich hört zwar keiner, aber ich würde vorschlagen, die Deutsche Bahn AG gibt ihr Transportgeschäft ganz auf und nennt sich fortan nur noch Deutsche Bespitzelungs AG. Man könnte dabei auch gleich das alte Logo beibehalten und muß keine Buchstaben ändern. Eine andere Möglichkeite wäre noch, die Bahn wird wieder zur Bundesbahn und sammelt auch Vorratsdaten über alle durchgeführen Reisen innerhalb ihres Bereichs im Auftrag der Bundesregierung und interessierten Kreisen für die zurückliegenden sechs Monate (so wie beim Telefonieren) - selbstverständlich nur zur Abwehr von Terrorismus und schweren Straftaten. Weil Überwachung aber teuer ist, müßte man natürlich über Fahrpreiserhöhungen oder einen "Sicherheitsaufschlag" auf jede gekaufte Fahrkarte nachdenken.

Wichtige botschaft aus - Mit groЯer Aufmerksamkeit gelesen!

Ach, liebe russische PayPal-Phisher - habt ihr in all den Jahren eigentlich nichts gelernt?

Ich könnte euch ja einen kleinen Tipp geben, wie ihr die Anzahl der Leute, die dann zumindest noch eure gefälschten Seiten besuchen, um mindestens das zehnfache steigern könntet:

Besorgt euch jemand, der auch nur im Ansatz der deutschen Sprache einigermaßen mächtig ist und dann (ganz wichtig) ein Programm, das auch mit deutschen Umlauten zurecht kommt. Aber wenn bereits im Subject kyrillische Buchstaben vorkommen, dann wird das natürlich nichts.

Samstag, 31. Januar 2009

Bundeswehr liefert Phosphorwaffen nach Israel

Ganz toll. So wie es aussieht, hat auch die Bundeswehr Phosphorwaffen im Auftrag der US-Amerikaner nach Isreal geliefert, die wohl auch im Gaza-Krieg eingesetzt wurden, da Ärzte dort von vielen Fällen berichteten, wo die inneren Organe von Opfern förmlich verbrannt wurden.

Auf eine Anfrage der Links-Partei hin behauptet die Bundesregierung, sie wisse davon nichts.

Hallo?

Hat die Bundesregierung den Überblick verloren, darüber, was die Bundeswehr so im Ausland treibt oder hat man einfach nur nicht die Eier in der Hose, um das wenigstens zuzugeben?

Liebe Bundesregierung, ich schäme mich für euch.

Montag, 5. Januar 2009

Helmpflicht für Skifahrer - Schwachsinn

Aua, da haben wir nun den Salat.

Durch die penetrante andauernde Wiederholung, das Althaus einen Helm getragen hat und ihm das vermutlich das Leben gerettet hat, wird nun anscheinend über eine Helmpflicht für Skifahrer diskutiert.

Zum Einen. Es ist reine Spekulation, daß ein Helm dafür verantwortlich war, daß er überlebt hat, oder hat jemand noch eine zweite Parallelwelt zur Verfügung wo er das ohne Helm durchgespielt hat?

Es gibt immer wieder Meldungen über tödlich Autounfälle - jedoch habe ich noch nie in einer Meldung gehört, daß der Fahrer einen Helm oder keinen Helm getragen hätte. Warum? Immer nur bei Fahrradfahrern oder jetzt bei Skifahrern. Statistisch nachgewiesen ist aber, daß wesentlich mehr schwere Kopfverletzungen bei Treppenstürzen als beim Radfahren auftreten. Hat schon mal jemand gehört, daß jemand einen "Treppenhelm" fordert?

Absurd ist ja, daß, falls Fahrradfahrer unverschuldet von Autos angefahren werden, diesen auch noch subtil der Vorwurf gemacht wird, daß sie ja eigentlich selbst schuld sind, weil sie keinen Helm getragen haben. Daß die Unfallursache eventuell auf völlig unzureichende und gefährliche Radwege zurückzuführen ist, interessiert in diesem Zusammenhang anscheinend niemanden.

So, der Effekt der andauernden Erwähnung von Althaus und seinem Helm wird jetzt höchstwahrscheinlich sein, daß die ganzen Idioten, die skifahren, jetzt losrennen und sich einen Helm kaufen, in der irrigen Meinung, damit müßten sie nichts mehr für das sonstige Fahrtraining und gegenseitige Rücksichtnahme tun, sondern nur einen Helm aufsetzen und gut ist. Ganz toll.

Jetzt werden die halb- und ganzalkoholisierten Skifahrer die Pisten unsicher machen. Helm auf und mir kann nichts mehr passieren - dann kann ich ja auch ruhig ein bißchen schneller und unvorsichtiger fahren, denn der Helm schützt mich ja. Risikokompensation nennt man so etwas.

Im Endeffekt wird sich das so auswirken, daß Skifahren für alle nicht etwa sicherer sondern noch unsicherer und gefährlicher wird. Soll Skifahren von einer Familien- und Gruppensportart zu einer "Kampf"sportart werden?

Hier noch beispielhaft ein Link, in denen sich Leute, die sich mit Skifahren auskennen auch gegen eine Helmpflicht plädieren. Daß jetzt auch ein deutscher Politiker davon betroffen ist, ist zwar bedauerlich, ändert aber nichts an den Gesamtumständen.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich wünsche Herrn Althaus natürlich auch, daß er bald wieder gesund wird (genau so wie allen anderen, die Skiunfälle hatten).

Ich habe gehört (weil ich mittlerweile selbst keinen Fernseher mehr habe) daß man sich bei RTL noch ausführlichst über das Thema Helm beim Skifahren ausgelassen hat, in dem Stil: "Schauen Sie mal, was dieser Skifahrer unverantwortliches macht, aber immerhin hat er einen Helm auf". Aua, so viel Inkompetenz ist ja kaum mehr zu ertragen. Entweder beherrscht jemand irgendwelche Tricks auf Skiern, dann kann er wohl selbst abschätzen, wie gefährlich es ist oder es ist auch nicht entschuldbar, wenn er denn einen Helm trägt.

Naja, gut. Es sind Journalisten, die eigentlich keine großartige Sachkenntnis haben und hauptsächlich darauf aus sind, ihren Kunden gute Quoten zu verkaufen. Ob deren Zuschauer so intelligent sind, das richtig einzuordnen, wage ich zu bezweifeln. Insofern kann man derartigen Medien auch grobe Fahrlässigkeit im Umgang mit der Gesundheit ihres Publikums und anderer Beteiligter vorwerfen.